„Blauer Strom“ – der neue Umweltstrom

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ermöglicht eine gekoppelte Erzeugung von Strom, Wärme und Kälte, die hocheffizient und flexibel zugleich ist. Sie kann die Umwelt- und Energieeffizienz von Anlagen erheblich steigern und hierdurch den Brennstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen senken.

KWK-Anlagen leisten somit gemeinsam mit den erneuerbaren Energien einen entscheidenden Beitrag für den Erfolg der Energiewende.

Umso unverständlicher ist es, dass KWK-Strom derzeit wie Graustrom behandelt wird. Es wird kein Unterschied zwischen klimaschonend erzeugtem KWK-Strom und Strom aus Kernenergie sowie CO₂-intensiver konventioneller Erzeugung gemacht.

Dies möchte der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK) nun ändern und dem KWK-Strom mit dem Gütesiegel „Blauer Strom“ ein eigenes Gesicht geben. Hocheffiziente KWK-Anlagen können durch den B.KWK zertifiziert werden und bereits heute das Anlagenlabel „Blauer Strom“ erhalten.

„Blauer Strom“ beseitigt das derzeit vorliegende Wertungsdefizit und steigert die Bekanntheit von umweltfreundlichem KWK-Strom.


Das Gütesiegel „Blauer Strom“ soll dem Betreiber von KWK-Anlagen ermöglichen, KWK-Strom beim Endkunden werthaltiger abzusetzen und das Bewusstsein für die KWK-Technik zu erweitern.

Voraussetzung für den Gebrauch des Gütesiegels "Blauer Strom" ist der Nachweis über die Hocheffizienz der KWK-Anlage gemäß der EU-Effizienzrichtlinie 2012/27/EU.

Das Gütesiegel kann vom Anlagenbetreiber für die Dauer von 2 Jahren "zu Werbezwecken auf der Grundlage von Eigenangaben anlagebezogen" genutzt werden. Hierfür ist ein jährlicher Beitrag zu entrichten. Das Siegel dokumentiert, dass die Anlage fähig ist, "blauen Strom" zu erzeugen.

Vertriebslizenzen können erworben werden

Künftig sollen „Blauer Strom“ auch über entsprechende Vertriebslizenzen angeboten werden. Durch die Gütesiegel steht die jeweilige Jahresarbeit von hocheffizient hergestelltem „Blauen Strom“ zum ausgewiesenen Verkauf. Eine Zertifizierungsstelle außerhalb des B.KWK soll die Abwicklung und Kontrollfunktion übernehmen.

Zudem ist ein Zertifikatehandel von „Blauem Strom“ ausdrücklich vorgesehen. Hierdurch wird der Vertrieb mit größeren Mengen ermöglicht – selbst wenn keine eigenen Kapazitäten vorhanden sind. Die genauen Details werden derzeit in einem Expertengremium erarbeitet.

Für den Erwerb einer Vertriebslizenz gilt die Mitgliedschaft im Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK) als grundsätzliche Voraussetzung. Überdies wird eine Lizenzgebühr erhoben. Diese Gebühr wird zum Teil auch wieder dafür verwendet, um die Marken „Blauer Strom“ und „Blaue Wärme“ weiter aufzubauen.